Die Stadt Braunlage ist ein heilklimatischer Kurort und Wintersportplatz, umrahmt vom Nationalpark Harz in einer Höhenlage von 550m ü.NN im Ort bis 971m ü.NN auf dem Wurmberg. Braunlage liegt im Harz südlich des Brockens im Landkreis Goslar in Niedersachsen (Deutschland). Bis 1972 war Braunlage Kreisstadt des zu Niedersachsen gehörenden Landkreises Blankenburg.
Zur
Stadt Braunlage gehören die Ortsteile Hohegeiß und Königskrug.

Eisenhütte und Dorf Braunlage mit Kirche 1654
Braunlage um 1900
Wurmberg um 1900
Mahnmal zum Gedenken an die deutsche Teilung und Wiedervereinigung
Braunlage
entstand als Siedlung im Wald wohl im 13.Jahrhundert. 1253 taucht im
Güterverzeichnis der Grafschaft Regenstein erstmals die „holtmarke to dem
brunenlohe“ auf. Aber erst ab 1518 entsteht der eigentliche Berg-und Hüttenort
Braunlage. 1531 taucht erstmals der Name „huete to dem brunlohe“ auf.
1561
werden vom gräflich-blankenburgischen Rat Hieronimus Pathe die Hüttenwerke
wieder aufgebaut. Der Merian-Stich von 1654 zeigt das Eisenhüttenwerk „Braunlah
auff dem Hartz gelegen in der Kolli“ und stellt die mittelalterliche
Bergwerksgemeinde Braunlage dar.
1658
errichtet der Faktor der Eisenhütten zu Braunlage, Christian Walter, die
herzoglich-braunschweigisch-lüneburgische Faktorei der Braunlager
Eisenhüttenwerke. Dieses Gebäude ist bis heute in weiten Teilen erhalten. Es
gehörte zu den ältesten Gebäuden Braunlages, steht seit 1958 unter
Denkmalschutz und ist seit 1963 das Harz Hotel Altes Forsthaus.
Im
17. Jahrhundert war es ein Marktflecken, 1934 schließlich erhielt es als Kurort
Stadtrechte. Von 1946 bis 1972 war Braunlage Kreisstadt des Landkreises
Blankenburg, der mit der niedersächsischen Gebietsreform 1972 aufgelöst wurde.
Seit dieser Reform ist die südliche Nachbargemeinde Hohegeiß Stadtteil von
Braunlage.
Der
Tourismus entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunächst zögerlich.
Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz über die Strecken Braunlage–Walkenried
und Braunlage–Tanne der Südharz-Eisenbahn beschleunigte sich die Entwicklung.
Ganze Villenviertel mit Sanatorien (Dr.Barner und Dr.Vogler/Schröder) und
Hotels entstanden zunächst am Hütteberg, im Ortszentrum und schließlich im
Jermerstein-Viertel.
Während
im Jahr 1905 die von Carl Röhrig im Norden Braunlages betriebene Glashütte
schließen musste, entwickelte sich durch den Bahnanschluss besonders die
Holzindustrie. Die Sägewerke Fuchs (Ortsmitte) und Buchholz (nördlich des
Bahnhofs) waren die Erwerbsquellen schlechthin. Zudem prägte ein großer
Steinbruch am Wurmberg in dem Werk- und Rohsteine gewonnen wurden mit einem
Schotterwerk an der Warmen Bode das Gewerbeleben der Stadt. Dieser Steinbruch,
in dem der Wurmberg-Granit gebrochen wurde, ist so gewaltig, dass er selbst von
der Hochfläche bei Sankt Andreasberg gut sichtbar ist.
Im
ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts eroberte auch der Omnibus den Harz mit
der Linie Bad Harzburg–Braunlage. Der Name Büssing spielt in diesem
Zusammenhang eine besondere Rolle: er betrieb die Linie von Bad Harzburg und
errichtete ein Erholungsheim für Werksangehörige in Braunlage. Die Bahnlinie
wurde 1962/1963 eingestellt.
1963
wurde die Wurmbergseilbahn, zunächst von der Mittelstation Nahe dem Rodelhaus,
mit einer Länge von 1.362 m und einer Höhendifferenz von 250m bis zur
Bergstation auf den Wurmberg eröffnet. Der zweite Bauabschnitt von der
Talstation am Großparkplatz bis zur Mittelstation wurde im Sommer 1965
fertiggestellt, weitere 150m Höhendifferenz wurden somit überwunden und 1.500m
Länge zur Seilbahn zugefügt, wodurch die längste Seilbahn Norddeutschlands
entstand. In Richtung Brocken, dem höchsten Berg im Harz, befindet sich auf dem
Wurmberg die Wurmbergschanze.
Herausragendes
Ereignis für Braunlage war die Grenzöffnung 1989. Der Ort, der bisher an der
Grenze zur DDR lag, rückte nun inmitten des Harzes. An die deutsche Teilung und
Wiedervereinigung erinnert ein Mahnmal, das an der innerdeutschen Grenze, die
hier zugleich die Gemeindegrenze zwischen Braunlage und Elend bildet,
unmittelbar neben der B 27 errichtet wurde
Derzeit
streben die Stadt Braunlage und die Bergstadt Sankt Andreasberg eine Fusion mit
dem vorrangigen Ziel an, durch eine gemeinsame Verwaltung Kosten zu senken. Die
Fusionierung soll voraussichtlich zum 1. November 2011 erfolgen.
Der Luftkurort führt seit 1935 ein sich auf seine
natürliche Lage beziehendes Wappen. In Silber, drei grüne Fichten auf drei
Hügeln. Sie sollen die waldreiche Umgebung des Ortes im Harz symbolisieren. Die
am 20. Dezember 1935 erteilte Genehmigung des Wappens gestattete außerdem eine
Fahne mit den aus dem Wappen abgeleiteten Farben Grün-Weiß zu führen.